Marketingbudget berechnen, planen und richtig aufteilen
"Wie viel sollte ich für Marketing ausgeben?" — Die Frage bekomme ich jede Woche. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Aber es gibt klare Schwellenwerte, drei erprobte Rechenmethoden und eine einfache Aufteilungsregel. Alles hier im Artikel — aus über 10 Jahren Performance-Marketing-Praxis.
Das Wichtigste in Kürze:
- Berechnen: Umsatzziel ÷ Ziel-ROAS = Werbebudget (oder: Neukunden × Ziel-CPA)
- Wie hoch: 5–30 % vom Umsatz je nach Branche — aber nie unter 1.500 €/Monat in Paid investieren
- Aufteilen: 70 % Bewährtes, 20 % Optimierung, 10 % Experimente
Schnell zum Ergebnis: Mit dem kostenlosen Marketingbudget-Rechner berechnest du dein Budget in 30 Sekunden — mit allen drei Methoden aus diesem Artikel.
Wie hoch sollte das Marketingbudget sein?
Branchenübliche Marketing-Ausgaben als Prozentsatz vom Umsatz:
| Branche | Marketingbudget (% vom Umsatz) | |---|---| | E-Commerce | 10–20 % | | SaaS / Software | 15–30 % | | Dienstleistung | 5–15 % | | Startups (Wachstumsphase) | 30–50 % | | B2B Industrie | 3–8 % |
Diese Prozentsätze sind Orientierung, keine Naturgesetze. Wichtiger ist die absolute Untergrenze:
Die 1.500-Euro-Schwelle
Meine wichtigste Regel, die ich auch in jedem Marketing-Check anwende:
Unter 1.500 € monatlichem Werbebudget rate ich von bezahlter Werbung ab.
Warum? Die Algorithmen von Google und Meta brauchen Daten, um zu lernen. Bei kleinen Budgets:
- Dauert die Lernphase zu lange
- Sind die Daten nicht statistisch aussagekräftig
- Verbrennst du Geld, bevor du Ergebnisse bekommst
- Kannst du nicht genug A/B Tests fahren
Unter 1.500 € → Organische Strategie: SEO + Content Marketing, Social Media (organisch), E-Mail-Marketing, Community Building, Networking und Empfehlungen.
1.500–3.000 € → Transition Zone: Ein Kanal mit Paid (Google ODER Meta), parallel organischen Aufbau starten, Fokus auf einen klar definierten Funnel.
3.000–10.000 € → Performance Marketing: Multi-Channel möglich (Google + Meta), genug Daten für Optimierung, A/B Testing sinnvoll umsetzbar.
Über 10.000 € → Full Scale: Multi-Channel + Multi-Format, dedizierte Landing Pages pro Kampagne, Retargeting-Funnels, Brand + Performance parallel.
Marketingbudget berechnen: 3 Methoden
Methode 1: Rückwärts vom Umsatzziel
Die smarteste Methode — vom Ziel zur Zahl:
- Umsatz-Ziel: 50.000 € Umsatz/Monat
- AOV (durchschnittlicher Bestellwert): 100 € → 500 Bestellungen nötig
- Ziel-ROAS: 5x
- Nötiges Werbebudget: 50.000 ÷ 5 = 10.000 €/Monat
Die Formel: Werbebudget = Umsatzziel ÷ Ziel-ROAS
Methode 2: Prozentsatz vom Umsatz
Nimm den Branchenwert aus der Tabelle oben und rechne vom aktuellen (oder geplanten) Umsatz. Beispiel Dienstleister mit 20.000 € Monatsumsatz und 10 %-Ansatz: 2.000 € Marketingbudget.
Vorsicht: Diese Methode zementiert den Status quo. Wer wachsen will, muss über dem Branchenschnitt liegen.
Methode 3: CPA-basiert
- Wie viele Neukunden brauchst du? → z. B. 100
- Was ist dein Ziel-CPA? → z. B. 30 €
- Budget = 100 × 30 = 3.000 €/Monat
Die sauberste Methode, wenn du deine Zahlen kennst. Falls nicht: Was darf ein Kunde kosten? CPA berechnen.
Alle drei Methoden interaktiv: Zum Marketingbudget-Rechner — Werte eingeben, Budget und Empfehlung sofort erhalten.
Performance Marketing Budget richtig aufteilen
Die 70/20/10-Regel
- 70 % → Bewährte Kanäle und Kampagnen (was nachweislich funktioniert)
- 20 % → Optimierung bestehender Kampagnen (Tests, neue Creatives)
- 10 % → Experimente (neue Kanäle, neue Formate)
Nie alles auf eine Karte setzen. Aber auch nicht zu dünn verteilen — Fokus schlägt Breite.
Aufteilung nach Budgethöhe
Bei 1.500–3.000 € — wähle einen Kanal:
- Suchen Leute aktiv nach deinem Angebot? → Google Ads (Search)
- Keine Suchnachfrage? → Meta Ads (Facebook/Instagram)
Bei 3.000–5.000 €:
- Primärkanal: 70 % (2.100–3.500 €)
- Sekundärkanal: 30 % (900–1.500 €)
Bei 5.000+ €:
| Kanal | Anteil | |---|---| | Google Ads | 40 % | | Meta Ads | 35 % | | Retargeting | 15 % | | Testing / neue Kanäle | 10 % |
Wann du dein Budget erhöhen solltest
Skaliere nur, wenn alle vier Bedingungen erfüllt sind:
- Dein CPA liegt unter dem Zielwert
- Dein ROAS liegt über dem Break-Even
- Du hast mindestens 4 Wochen stabile Daten
- Deine Conversion Rate ist stabil
Skaliere in 20-%-Schritten. Nicht verdoppeln — die Algorithmen brauchen Zeit, sich anzupassen.
Wann du stoppen solltest
Die 3x Kill Rule: Wenn eine Kampagne nach dem Dreifachen deines Ziel-CPA keine einzige Conversion hat → pausieren.
Beispiel: Ziel-CPA = 30 €. Nach 90 € Ausgaben ohne Conversion → stoppen und analysieren.
Die häufigsten Fehler bei der Budgetplanung
1. Zu wenig Budget pro Kanal
Lieber 3.000 € auf einen Kanal als 1.000 € auf drei. Unterkritische Budgets liefern keine verwertbaren Daten.
2. Budget ohne Ziel-KPIs
"Wir geben mal 2.000 € aus und schauen was passiert" ist kein Plan. Definiere vorher: Was darf ein Kunde kosten?
3. Kein Tracking
Ohne sauberes Conversion-Tracking weißt du nicht, ob dein Budget gut investiert ist. GA4 + Conversion-Tracking ist Pflicht vor dem ersten Euro Werbebudget.
4. Zu schnell skalieren
Budget verdoppeln und hoffen, dass die Performance bleibt? Die Algorithmen brauchen Zeit. 20 % pro Woche ist das Maximum.
Häufige Fragen zum Marketingbudget
Wie hoch sollte das Marketingbudget sein?
E-Commerce 10–20 % vom Umsatz, SaaS 15–30 %, Dienstleistungen 5–15 %, Startups 30–50 %. Absolute Untergrenze für Paid: 1.500 €/Monat pro Kanal.
Wie berechne ich mein Marketingbudget?
Am schnellsten rückwärts vom Ziel: Umsatzziel ÷ Ziel-ROAS = Werbebudget. Alternativ CPA-basiert (Neukunden × Ziel-CPA) oder als Prozentsatz vom Umsatz.
Wie teile ich mein Performance Marketing Budget richtig auf?
70/20/10: 70 % Bewährtes, 20 % Optimierung, 10 % Experimente. Ab 5.000 €: Google 40 %, Meta 35 %, Retargeting 15 %, Testing 10 %.
Ab wann lohnt sich bezahlte Werbung?
Ab 1.500 €/Monat pro Kanal. Darunter: organisch wachsen (SEO, Content, E-Mail).
Wann darf ich skalieren?
CPA unter Ziel + ROAS über Break-Even + 4 Wochen stabile Daten + stabile Conversion Rate. Dann in 20-%-Schritten.
Fazit
Marketingbudget-Planung ist keine Raketenwissenschaft: berechnen (Umsatzziel ÷ ROAS), prüfen (über 1.500 €/Monat?), aufteilen (70/20/10), skalieren (nur bei stabilen KPIs, in 20-%-Schritten). Kenne deine Zahlen (CPA, ROAS, Marge), setze klare Ziele und starte fokussiert.
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